image slideshow

Aktuelles

Notfall-Helfer üben jetzt gemeinsam
24.08.2009

VON: PETRA STEPS (FREIE PRESSE)

Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk wollen Abstimmungsproblemen im Katastrophenfall vorbeugen

Die Helfer des Katastrophenschutzes von Freiwilliger Feuerwehr und des Ortsverbandes des Technischen Hilfswerkes (THW) Reichenbach üben jetzt gemeinsam. Eine erste Ausbildung haben sie bereits zusammen auf dem Gelände am Mühlteich sowie im THW-Gebäude absolviert.

Christian Weck von der Freiwilligen Feuerwehr und Marcel Reinhold vom THW, beide sind als Zugführer tätig, hatten die neue Variante der Ausbildung vereinbart, nachdem sie bei einer Katastrophenschutzübung des Vogtlandkreises in Schneckenstein zusammen an einer Einsatzstelle tätig waren. "Wir haben dort gemerkt, dass es Abstimmungs-
probleme gibt. Wenn wir jedoch im Katastrophenfall zusammenwirken, muss alles reibungslos funktionieren", so der Feuerwehrvertreter. Marcel Reinhold ergänzt, dass sich die meisten Mitglieder beider Organisationen gar nicht kennen und auch nicht wissen, was die jeweils anderen für Technik haben und was sie damit leisten können.

"Wir haben bisher vier Dienste für die Ausbildung im Katastrophenschutz genutzt. Ein Wochenende ist wesentlich effektiver, deshalb werden wir das wiederholen", ist sich Christian Weck sicher. Die Mitglieder der Gruppen, die im Katastrophenfall eingesetzt werden, müssen stets trainiert und auf den neuen Stand gebracht werden. Die THW-Mitglieder übten jetzt beispielsweise wie Sandsäcke für den Hochwasserschutz verbaut werden und wie Hindernisse überwunden werden können. Die Feuerwehrleute klärten beispielsweise über die Sicherheit beim Einsatz mit Atemschutzgeräten auf.

"Erst in der gemeinsamen Arbeit haben wir festgestellt, dass manches bei der Feuerwehr besser ist und manches beim THW", gestand Marcel Reinhold nach einer Besichtigung der Ausrüstungen. Im Rahmen der Ausbildung wurden auch Vorbehalte gegenüber der jeweils anderen Organisation abgebaut, die der vernünftigen Zusammenarbeit im Katastrophenfall nur schaden.

"Es geht nicht, dass nur das THW oder nur die Feuerwehr wichtig ist. Künftig brauchen wir die Kombination mehr denn je", meint Christian Weck auch vor dem Trend sinkender Einwohnerzahlen und der damit einhergehenden Verringerung der Anzahl der aktiven Mitglieder in allen Organisationen.

In der Reichenbacher Region gibt es einen Zug der Feuerwehr mit 52 Aktiven aus fünf Wachen sowie das Hilfswerk mit 70 Mitgliedern. Dazu kommen Helfer vom Deutschen Roten Kreuz im Betreuungszug des Vogtlandkreises und die Neumarker Wehr mit einer Führungsunterstützungsgruppe.

Rund ein Drittel der Helfer im Katastrophenschutz leistet beim THW oder der Feuerwehr Wehrersatzdienst. Die jungen Männer müssen dort sechs Jahre aktiv sein, damit der Dienst anstelle der Militärzeit anerkannt wird.

Beide Organisationen können auf Großeinsätze wie den Waldbrand bei Weißwasser 1992, das Jahrhunderthochwasser 2002 und die Schneeberäumung von Dächern im Jahr 2007 im Vogtland zurückblicken.


<- Zurück zu: Ausbildung und Übungen