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Die ersten Fahrzeuge des Technischen Hilfwerkes

Nachdem 1950 das THW gegründet war, galt es die Einsatzbereitschaft der Einheiten möglichst bald herzustellen. Auf vollen Touren lief zu diesem Zeitpunkt die Mitgliederwerbung, aus den Helfergruppen entstanden überall reguläre Ortsverbände, zügig wurde eine bundesweite Infrastrukrur aufgezogen. Um qualifizierte Hilfeleistungen in Notsituationen durchzuführen, genügte es nicht eine ausgebildete und motivierte Truppe vorzuhalten. Auch eine ausreichende und dem Einsatzzweck entsprechende Ausstattung an technischen Gerät war unerläßlich, die Einheiten sollten darüber hinaus mobil und motorisiert sein. In der geschäftsführenden THW-Hauptstelle erarbeitete ein kleiner Mitarbeiterstab daher ein Konzept für die Ausstattung der THW-Einheiten mit Gerätschaften und Fahrzeugen. Aus zwei verschiedenen Gründen verzichtete man auf die Entwicklung von Spezialfahrzeugen: Zum einem waren die Mittel für die Beschaffung sehr knapp bemessen, zum anderen sollten den Einsatzkräften schnellst möglich die Fahrzeuge und die Ausrüstung zur Verfügung stehen. Um dieses Problem zu lösen, griff man bei der Erstausstattung der Helfer auf die in der Privatwirtschaft und bei Behörden bewährten handelsüblichen Liefer- und Lastwagen zurück, um die Fahrzeuge mit möglichst geringem Aufwand den Bedürfnissen des THW anzupassen. Diese Kraftfahrzeuge bildeten die "ersten" motorisierten Bereitschaftszüge (mot.BZ), mit denen die technische Ausrüstung samt Helfer im Falle eines Falles schnell zum Einsatzort gelangen konnten. Als erste Bereitschaftsfahrzeuge für das THW wurden drei Fabrikate, Tempo, Opel und Ford ausgewählt.
Aus diesen wurden drei verschiedene motorisierte Bereitschaftszüge gebildet:

  • Tempo - Zug
  • Opel - Zug
  • Ford -Zug

Die mitgeführten Geräte und Werkzeuge waren auf allen drei Zügen gleich. Zur Behebung von Schäden an Strom, Gas / Wasser und an Abwasserleitungen und entsprechenden Verteileranlagen bildete das THW in der Anfangszeit spezielle "Netz- und Werkgruppen", die auch als Besondere Technische Dienste bezeichnet wurden. Aus diesen Gruppen entstand der Instandsetzungsdienst ( I-Dienst), der bis zum Neukonzept des THW diese Bezeichnung beibehielt.
Gewaltigte Unterschiede gab es, bundesweit gesehen, in der Ausstattung mit Kraftfahrzeugen und Material der einzelnen Ortsverbände. Den THW-Helfern stand vielerorts als Fahrzeug nur eine Schubkarre zur Verfügung. Diese Ortsverbände beschafften dann selbst gebrauchte Kraftfahrzeuge, die dann umlackiert und mit dem THW-Emblem versehen wurden. Das wichtigste Fahrzeug war der VW-Kombi, der in den meisten Ortsverbänden als Mehrzweckfahrzeug (Mannschaftswagen und Gerätetransporter) gute Dienste leistete.


Anfang der 50er Jahre wurden die ersten Gerätekraftwagen (GKW) auf Magirus A 3500 aufgebaut die einen Deutz Dieselmotor mit 85PS besaßen. Ab 1955 wurde der Gerätekraftwagen auf einem Borgward B 4500A Fahrgestell aufgebaut, der Koffer wurde nahezu unverändert vom Magirus A 3500 übernommen. Nachdem die Borgwardgruppe in Konkurs ging und diese die Produktion eingestellt hatte, lieferte Magirus Deutz den Magirus Mercur 120D10 ab 1960 der ab 1964 als Mercur 120 A-L bezeichnet wurde, an den Bund, der die Fahrgestelle beim Aufbau-Hersteller Voll in Würzburg mit einem Kofferaufbau bestücken ließ.

Die ersten Mannschaftskraftwagen (MKW) wurden auf dem Borgward 2500A beschafft, der Aufbau war analog zu dem des GKW gebaut. Nachdem die Borgward-Gruppe in Konkurs gegangen war wurden weiter Mannschaftswagen durch die Firma Büssing unter dem Namen Borgward in Lizens gebaut. Ab 1962 wurden die Mannschaftskraftwagen dann auf Hanomag A-L 28 (Rundhauber) sowie ab 1964 auf dem Hanomag A-L 28 Eckhauber aufgebaut diese Fahrzeuge wurden dann 1972 durch den Mannschaftskraftwagen MKW 72 auf Mercedes Benz 911 abgelöst. Die Mannschaftskraftwagen auf Hanomag A-L 28 waren noch bis mitte der 80er Jahre im THW vorhanden. Die Gerätekraftwagen wurden mitte der 70er Jahr durch den Mercedes Benz 1113 sowie dem Magirus Deutz 110D bzw 170 abgelöst. Als Zugtruppkraftwagen wurden verschiedene Fahrzeuge, wie VW-Bus oder Ford Transit verwendet. Bei den Lastkraftwagen wurden Magirus / Mercedes oder auch MAN Fahrzeuge verwendet.


Heute werden nur noch Standarttypen wie der GKW 1 und GKW 2 verwendet. Bei den Fernmeldezügen war die Ausstattung recht unterschiedlich. Die Funkkraftwagen waren zum Anfang noch auf Borgward Fahrzeugen aufgebaut, die später durch Hanomag Fahrzeuge abgelöst worden sind. Mitte der 70er Jahr ging man dazu über Funkwagen auf Basis des VW-Bus zu beschaffen. Später folgten dann die Geräte und Betriebskraftwagen auf Mercedes Benz 407D (GBKW) und der Ford Transit als Funkkraftwagen.